Mittwoch, 27. Oktober 2010

Der Vogel und andere Schwierigkeiten

Eigentlich hatte alles ganz gut angefangen, Ende September, als es noch warm war und die Sonne schien. An einem Nachmittag waren alle noch fehlenden Applikationsteile für die Decke fertig vorbereitet.
Der Plan war, zunächst den Vogel auf den bereits fertigen Ast zu setzen, um dann die Blumen im oberen Teil daran auszurichten und eine gute Balance zwischen den einzelnen Motiven zu finden.
Der Vogel war von Anfang an eines meiner großen Bedenken. Laut Vorlage ist der Vogel das zentrale Motiv, in meiner Decke möchte ich aber eine andere Geschichte erzählen. Mein Vogel soll eher in den Hintergrund treten und nur als verbindendes Element zwischen den Blumen und den Blättern fungieren, ein Element, das den Blick lenkt, aber nicht fesselt. Für den Vogelkörper habe ich also ein Stoff gewählt, der sehr stark mit der Bordüre verschmilzt. Den Flügel hatte ich zunächst in orange gefertigt, was dann aber viel zu knallig war und gegen ein grünes Punktmuster ausgetauscht werden musste. Auch die Flügelform war mir dann zu verspielt und ich habe sie an die schlichte Blumenformen angepasst.
Die Stickerei für die Beine, das Auge und die Federn sollte sich ebenfalls nicht zu stark abheben.
Auch an der Ausarbeitung der Federn habe ich gespart.
Ein paar kleine Details ohne zu viel Aufhebens.
Über diese ganzen Überlegungen und Ausführungen und Neuanfänge ist es kalt geworden und inzwischen muss ich meinen Strickhausmantel tragen. Wegen Energie sparen und so.

Mit anderen Worten,
ich muss mich mit der Decke etwas eilen.

Zudem formiert sich in meinem Kopf immer mehr die Idee für ein neues Projekt, mit dem ich mich auf keinen Fall näher beschäftigen darf, solange diese Decke noch nicht fertig ist. Wenn ich mich jetzt ablenken lasse, ist sie nächstes Jahr im Winter noch nicht fertig.